Magnet-Experimente für Kinder: 10 einfache Versuche für zu Hause
Zehn Magnet-Experimente, die mit Alltagsmaterial funktionieren: vom Sortieren magnetischer Dinge über den Selbstbau-Kompass bis zur Magnetkraft durch Glas und Papier.
Kurz und knapp
- Für alle Versuche genügen ein schwacher Stabmagnet oder Hufeisenmagnet und Dinge aus dem Haushalt.
- Geeignet für Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren mit Aufsicht.
- Keine Neodym-Magnete verwenden, sie sind für Kinder ungeeignet.
- Jedes Experiment hat eine kurze Erklärung, die Kinder verstehen.
Kaum ein Spielzeug lässt sich so leicht zum Experimentierkasten machen wie ein Magnet. Mit einem Stabmagneten und ein paar Dingen aus der Küche oder der Schreibtischschublade wird ein Nachmittag zur Forschungsreise. In diesem Ratgeber findest du zehn Versuche, die ohne Vorbereitung funktionieren. Zu jedem Experiment gibt es eine Beobachtungsaufgabe und eine kindgerechte Erklärung. Wie Magnete grundsätzlich funktionieren, erfährst du im Artikel Wie funktionieren Magnete?.
Das brauchst du für fast alle Versuche
Ein schwacher Stabmagnet oder Hufeisenmagnet (zum Beispiel aus einem Experimentierkasten), Büroklammern, ein paar Haushaltsgegenstände, Papier, ein Glas und eine Schüssel. Kein Neodym-Magnet, denn der ist für Kinder zu stark und gefährlich.
1. Was ist magnetisch?
Material: Magnet, Gegenstände aus dem Haushalt (Löffel, Schlüssel, Münze, Radiergummi, Holzklotz, Alufolie, Büroklammer).
Durchführung: Das Kind schätzt, welche Gegenstände der Magnet anzieht, und prüft es dann. Zwei Schalen helfen beim Sortieren: „magnetisch“ und „nicht magnetisch“.
Erklärung: Nur Gegenstände mit Eisen, Nickel oder Kobalt werden angezogen. Holz, Plastik und Alufolie nicht.
2. Kraft durch Papier, Glas und Wasser
Material: Magnet, Büroklammer, Blatt Papier, Glas mit Wasser.
Durchführung: Lege die Büroklammer auf das Papier und bewege den Magneten darunter. Danach lässt du die Büroklammer in einem Glas schweben: Magnet außen am Glas.
Erklärung: Das Magnetfeld wirkt auch durch Papier, Glas und Wasser, weil diese Stoffe selbst nicht magnetisch sind.
3. Die schwebende Büroklammer
Material: Magnet, Büroklammer, Faden, Klebeband.
Durchführung: Binde den Faden an die Büroklammer, klebe das andere Ende auf den Tisch. Halte den Magneten von oben so, dass die Klammer schwebt, ohne ihn zu berühren.
Erklärung: Die Anziehung des Magneten hält die Büroklammer nach oben, der Faden verhindert, dass sie sich ganz löst.
4. Anziehen und Abstoßen
Material: Zwei Stabmagnete.
Durchführung: Halte die Magnete mit den Enden zueinander. Drehe einen Magneten um und beobachte den Unterschied.
Erklärung: Ungleiche Pole ziehen sich an, gleiche Pole stoßen sich ab. So lassen sich Nord- und Südpol finden.
5. Das Magnetfeld sichtbar machen
Material: Eisenspäne (aus dem Bastelbedarf oder Experimentierkasten), durchsichtige Folientasche oder Zip-Beutel, Magnet.
Durchführung: Gib wenige Eisenspäne in die Folientasche und verschließe sie. Halte den Magneten darunter und klopfe leicht.
Erklärung: Die Späne ordnen sich entlang der Feldlinien. So wird die unsichtbare Zone um den Magneten sichtbar. Wichtig: Die Späne müssen im verschlossenen Beutel bleiben.
6. Einen Kompass bauen
Material: Nähnadel, Magnet, Korken oder Kunststoffdeckel, Schüssel mit Wasser.
Durchführung: Streiche die Nadel etwa 30-mal immer in dieselbe Richtung mit dem Magneten. Lege sie auf den Korken, schwimmen lassen.
Erklärung: Die Nadel wird magnetisch und richtet sich am Magnetfeld der Erde aus: Eine Spitze zeigt nach Norden. Achtung: Bei diesem Experiment sind Nadeln im Spiel, Erwachsene helfen.
7. Das Magnet-Auto
Material: Spielzeugauto mit Metallteil oder daran befestigter Büroklammer, Karton, Magnet.
Durchführung: Lege das Auto auf den Karton und führe den Magneten darunter. Das Auto folgt.
Erklärung: Der Magnet wirkt durch den Karton. Mit Wegen und Hindernissen entsteht eine Magnetrennbahn.
8. Büroklammer-Kette
Material: Magnet, mehrere Büroklammern.
Durchführung: Halte eine Büroklammer an den Magneten, hänge die nächste an die erste und so weiter. Wie lang wird die Kette?
Erklärung: Jede Büroklammer wird kurzzeitig selbst zum Magneten und zieht die nächste an. Lässt du den Magneten los, fällt die Kette auseinander.
9. Einen Nagel magnetisieren
Material: Eisennagel, Magnet, Büroklammern.
Durchführung: Streiche den Nagel 30-mal in dieselbe Richtung mit dem Magneten. Teste, ob er Büroklammern anzieht.
Erklärung: Der Magnet richtet die winzigen magnetischen Bereiche im Eisen aus. Der Nagel wird schwach magnetisch, verliert die Kraft aber schnell wieder.
10. Magnetische Schatzsuche im Sand
Material: Sand oder Erde in einem Behälter, Magnet in einem Plastikbeutel, Büroklammern und Schrauben.
Durchführung: Verstecke Metallteile im Sand. Kinder suchen mit dem Beutel-Magneten.
Erklärung: Der Magnet findet Eisen, auch wenn es verborgen ist. Der Beutel erleichtert das Abnehmen der gefundenen Teile.
Tipps für Eltern
- Aufsicht: Bleib dabei, besonders bei Versuchen mit Nadeln und Eisenspänen.
- Fragen statt Erklären: „Was passiert, wenn du den Magneten drehst?“ fördert das eigene Entdecken mehr als ein fertiger Vortrag.
- Notizen machen: Ältere Kinder können Beobachtungen aufschreiben oder zeichnen.
- Alle Magnete nachher wegräumen, besonders kleine Magnete und Nadeln.
Wer es weiterführen möchte, findet auf der Seite Magnetische Lernspiele passende Spiele und im Ratgeber Magnetspiel selber machen weitere Projekte.
Magnet-Experimentierkasten
Fertige Sets mit Stabmagneten, Hufeisenmagneten und Anleitung für Versuche.
- Altersangabe des Herstellers beachten.
- Sets mit Anleitungsheft sind besonders vielseitig.
Häufige Fragen zu Magnet-Experimenten
Ab welchem Alter können Kinder Magnet-Experimente machen?
Ab etwa fünf bis sechs Jahren, wenn Eltern dabei sind und das Kind nicht mehr alles in den Mund steckt. Ältere Kinder können viele Versuche selbstständig machen.
Welcher Magnet eignet sich für Experimente mit Kindern?
Ein schwacher Stab- oder Hufeisenmagnet aus einem Experimentierkasten. Neodym-Magnete sind zu stark und gehören nicht in Kinderhände.
Warum klebt ein Magnet nicht an Alufolie?
Aluminium ist nicht magnetisch. Es enthält kein Eisen, Nickel oder Kobalt.
Kann man durch Magnet-Experimente etwas kaputt machen?
Gefahr droht Bildschirmen alter Röhrengeräte, Speichermedien und Bankkarten. Halte Magnete davon fern.
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