Wissen und Lernen

Wie funktionieren Magnete? Einfach erklärt, auch für Kinder

Warum ziehen sich Magnete an, und warum stoßen sie sich ab? Eine verständliche Erklärung zu Magnetpolen, Magnetfeld und Materialien, mit einem Mini-Versuch.

  • Aktualisiert am
  • 4 Min. Lesezeit

Kurz und knapp

  • Jeder Magnet hat einen Nordpol und einen Südpol. Ungleiche Pole ziehen sich an, gleiche stoßen sich ab.
  • Um jeden Magneten liegt ein unsichtbares Magnetfeld, in dem seine Kraft wirkt.
  • Magnetisch sind vor allem Eisen, Nickel und Kobalt, nicht aber Holz, Plastik oder Aluminium.
  • Spielzeugmagnete sind meist Ferritmagnete und deutlich schwächer als Neodym-Magnete.

Magnete wirken wie Zauberei: Etwas bewegt sich, ohne dass man es berührt. Das macht sie für Kinder spannend und für Spielzeughersteller zu einem dankbaren Baustein. Hinter dem Zauber steckt Physik, die sich überraschend einfach erklären lässt. Dieser Artikel zeigt, was in einem Magneten passiert, warum nicht alles magnetisch ist und welche Magnetarten es in Spielzeug und Alltag gibt.

Nordpol und Südpol: die Grundregel

Jeder Magnet hat zwei Pole, einen Nordpol und einen Südpol. Die Regel dazu ist schnell gemerkt:

  • Ungleiche Pole ziehen sich an. Nord und Süd kleben aneinander.
  • Gleiche Pole stoßen sich ab. Nord gegen Nord oder Süd gegen Süd drückt weg.

Das kannst du mit zwei Stabmagneten ausprobieren. Hältst du sie in einer Richtung zusammen, ziehen sie sich an; drehst du einen Magneten um, schiebt er den anderen weg. Genau dieses Verhalten nutzen viele Magnetspiele: Magnetfliesen rasten ein, wenn die Pole passen, und spielen verrückt, wenn Teile falsch gepolt sind.

Eine Besonderheit: Du kannst einen Magneten nicht in einen reinen Nord- und einen reinen Südpol teilen. Brichst du einen Stabmagneten in der Mitte durch, entstehen zwei kleinere Magnete, jeder mit eigenem Nord- und Südpol.

Das Magnetfeld: die unsichtbare Zone

Um jeden Magneten liegt ein Raum, in dem seine Kraft wirkt, das Magnetfeld. Du siehst es nicht, kannst es aber sichtbar machen: Streue Eisenspäne auf ein Blatt Papier und halte einen Magneten darunter. Die Späne ordnen sich zu Linien, die von einem Pol zum anderen verlaufen. Diese Feldlinien zeigen, wie die Kraft verteilt ist. Je näher du dem Magneten kommst, desto stärker wird sie. Deshalb haften Spielsteine auf einem Brett: Sie liegen dicht am Magneten und bleiben im Feld.

Was ist magnetisch und was nicht?

Nicht jedes Material reagiert auf Magnete. Magnetisch verhalten sich vor allem:

  • Eisen und viele Stähle, zum Beispiel Nägel, Schrauben und Büroklammern
  • Nickel
  • Kobalt

Nicht magnetisch sind Holz, Kunststoff, Glas, Papier und Stoff. Auch Aluminium, Kupfer, Messing und Gold werden nicht angezogen. Edelstahl ist ein Sonderfall: Manche Sorten sind magnetisch, andere nicht. Ein Magnetspiel funktioniert deshalb nur, wenn eine Seite einen Magneten enthält und die andere ein magnetisches Material oder ebenfalls einen Magneten.

Warum ist das so? In Eisen, Nickel und Kobalt verhalten sich die kleinsten Teilchen wie winzige Magnete. Sie bilden Bereiche, die in verschiedene Richtungen zeigen, sodass sich ihre Wirkung ausgleicht. Ein Magnet in der Nähe richtet diese Bereiche aus, das Material wird selbst kurzzeitig magnetisch und wird angezogen.

Dauermagnete und Elektromagnete

Magnete lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  • Dauermagnete (Permanentmagnete) behalten ihre Kraft von selbst. Dazu gehören Kühlschrankmagnete, Spielzeugmagnete und Kompassnadeln.
  • Elektromagnete sind nur aktiv, wenn Strom fließt. Sie bestehen aus einer Spule mit Eisenkern. Ihre Stärke lässt sich regeln, und sie lassen sich ein- und ausschalten. Kräne auf Schrottplätzen und viele Elektromotoren nutzen sie.

In Magnetspielen stecken fast immer Dauermagnete. Sie brauchen keine Batterie und funktionieren Jahre.

Ferrit, Neodym und Co.: Magnete unterscheiden sich

Nicht alle Dauermagnete sind gleich stark. Die gängigsten Arten:

MagnettypAussehenStärkeTypischer Einsatz
Ferrit (Keramik)meist dunkelgrau bis schwarzschwach bis mittelSpielzeug, Kühlschrankmagnete, Lautsprecher
Neodymsilbrig, oft vernickeltsehr starkTechnik, Hobby, starke Haftmagnete
AlNiCometallisch, oft HufeisenformmittelExperimentiermagnete, Sensoren

Für Kinderspielzeug werden meist Ferritmagnete verwendet, weil sie günstig und vergleichsweise schwach sind. Neodym-Magnete sind für Kinder kein Spielzeug, denn ihre Kraft kann Finger einklemmen, und verschluckte Magnete sind lebensgefährlich. Mehr zu diesem Thema im Ratgeber Magnetspielzeug sicher auswählen.

Die Erde als Magnet

Auch die Erde verhält sich wie ein riesiger Magnet. Das Erdmagnetfeld lenkt die Nadel eines Kompasses: Sie richtet sich zum magnetischen Nordpol der Erde aus. Das nutzen Wanderer, Segler und Entdecker seit Jahrhunderten. Aus Sicht der Physik ist der magnetische Pol im Norden übrigens ein Südpol, denn er zieht den Nordpol der Kompassnadel an. Im Alltag sagt man trotzdem „Nordpol“, weil die Nadel dorthin zeigt.

Ein Mini-Versuch zum Mitmachen

Wenn du das Prinzip selbst erleben möchtest, probiere diesen Versuch:

  1. Lege Gegenstände aus dem Haushalt bereit: Büroklammer, Münze, Radiergummi, Löffel, Holzklotz.
  2. Schätze, welche Gegenstände ein Magnet anzieht.
  3. Teste es mit einem schwachen Magneten und sortiere in „magnetisch“ und „nicht magnetisch“.

Weitere Experimente findest du im Ratgeber Magnet-Experimente für Kinder. Wer Magnetspiele für Kinder zum Lernen nutzt, wird auf der Seite Magnetische Lernspiele fündig.

Häufige Fragen zu Magneten

Warum ziehen sich Magnete an?

Zwischen den Polen eines Magneten wirkt eine Kraft. Ungleiche Pole ziehen sich an, gleiche stoßen sich ab. Die Kraft wirkt über das Magnetfeld, das jeden Magneten umgibt.

Warum klebt ein Magnet nicht an Aluminium?

Aluminium ist nicht ferromagnetisch. Seine Teilchen richten sich in einem Magnetfeld nicht so aus, dass eine anziehende Kraft entsteht.

Verlieren Magnete ihre Kraft?

Dauermagnete halten ihre Kraft viele Jahre. Sie können schwächer werden, wenn sie stark erhitzt werden, hart stoßen oder fallen. Auch ein starkes Gegenfeld schwächt sie.

Wie kann ein Magnet durch Papier oder Holz wirken?

Das Magnetfeld durchdringt viele Stoffe, die selbst nicht magnetisch sind. Deshalb kannst du eine Büroklammer durch ein Blatt Papier oder einen Pappteller bewegen.

Sind Magnete gefährlich?

Schwache Spielzeugmagnete sind harmlos, solange sie fest verbaut sind. Sehr starke Magnete können Verletzungen verursachen. Verschluckte Magnete sind ein medizinischer Notfall.

Weiterlesen